Die Verpackung ist - wo vorhanden - elementarer Bestandteil des Produktes und kann dessen Qualität und Verkehrsfähigkeit erheblich beeinflussen. Entsprechend stellen Handel, Verbraucher und Kontrollbehörden hohe Anforderungen an diesen Produktteil.Wir untersuchen für Sie Verpackungsmittel in Bezug auf Deklaration, Funktion, chemische Parameter und beurteilen die Anwenderfreundlichkeit.
Deklaration:
In der Deklarationsprüfung wird unter anderem kontrolliert, ob alle notwendigen Angaben auf der Verpackung vorhanden sind, ob diese korrekt formuliert sind und in Größe, Platzierung und Lesbarkeit den Vorgaben entsprechen.
Funktion:
Wir prüfen, ob die Verpackung die gewünschten Funktionen für Aufbewahrung und Schutz des Produktes erfüllt. Hierzu zählt insbesondere die Konservierung und Hygiene (Vakuum, Schutzgasfüllung, Reiß-/Bruchfestigkeit, Keimzahl). Darüber hinaus gibt eine sensorische Prüfung Aufschluß, ob die Verpackung das Produkt in Bezug auf Aussehen, Geruch, Geschmack oder Haptik beeinflußt.
Ergänzend bieten wir die Prüfung der Anwenderfreundlichkeit des Verpackungsmittels. Hierzu können zählen:
- Funktion des Öffnungsmechanismus
- Produktentnahme
- Wiederverschließbarkeit
- Ausgußfunktion
Chemische Untersuchung:
Bei der chemischen Untersuchung wird das Verpackungsmittel auf Substanzen untersucht, die für den Einsatz in Materialien mit Lebensmittelkontakt nicht zugelassen oder nur bis zu bestimmten Grenzwerten zugelassen sind. Ebenfalls wird überprüft, ob und in welchen Mengen Stoffe aus den Verpackungsmitteln in das Lebensmittel migrieren.
Die hierbei wichtigsten Stoffgruppen sind:
• Phthalate
Phthalate werden in großen Mengen als Weichmacher für Kunststoffe eingesetzt. In Lebensmittelverpackungen finden sich Phthalate u.a. in Dichtungen von Deckeln (Twist off-Verschlüsse) und in Frischhaltefolien. Da die Phthalate keine Bindung mit den Kunststoffen eingehen, treten sie leicht in das Lebensmittel über, wobei die Migration besonders bei fettreichen Lebensmitteln erfolgt.
In wissenschaftlichen Risikobewertungen kommen EFSA und BfR übereinstimmend zu der Feststellung, dass wichtige Vertreter der Phthalate gesundheitsschädlich sind. Das BfR hat folgend bei Untersuchungen nachgewiesen, dass die von der EFSA abgeleiteten tolerierbaren täglichen Aufnahmemengen durch den Verzehr belasteter Lebensmittel z.T. deutlich überschritten werden. Es empfiehlt daher, auf bestimmte Phthalate in Verpackungen von Lebensmitteln ganz zu verzichten und soweit möglich Ersatzstoffe zu verwenden.
• ESBO
Die Abkürzung ESBO steht für epoxydiertes Sojabohnenöl. Dieser Stoff wird, genauso wie Phthalate, als Weichmacher und Stabilisator in PVC-Dichtungen und in Frischhaltefolien eingesetzt. Zwar wird ESBO von der EFSA nicht als kanzerogen, akut
toxisch oder reproduktionstoxisch eingestuft, der gesetzte Grenzwert für die tolerierbare tägliche Aufnahmemenge (TDI) und das spezifische Migrationslevel (60mg/kg bzw. 30mg/kg bei Säuglings- und Kleinkindernahrung) wurde bei Untersuchungen häufig überschritten. Aufgrund der Lipophilie der Substanz sind besonders fettreiche Lebensmittel stark belastet.
Wir untersuchen den Gehalt von ESBO in den Dichtungsmaterilien der Twist off-Verschlüsse ebenso wie im Lebensmittel.
• 2-Ethylhexansäure
Zur Hitzestabilisierung von PVC-Dichtmassen werden Salze der 2-Ethylhexansäure (2-EHA) eingesetzt. Aus diesen Salzen kann sich die Ethylhexansäure bilden und in das Lebensmittel übertreten. Das BfR hält Konzentrationen bis 0,6mg/kg zwar für unbedenklich, da 2-EHA in höheren Konzentrationen aber fruchtschädigend wirkt und alternative Stoffe für die Thermostabilisierung von PVC-Dichtungen zugelassen sind, sollte auf 2-EHA in Lebensmittelverpackungen verzichtet werden.
Wir untersuchen sowohl die Verpackung als auch das darin enthaltene Lebensmittel auf 2-Ethylhexansäure.
Die Untersuchung von Verpackungsmitteln auf die Weichmacher Phthalate und ESBO sowie auf den PVC-Stabilisator 2-Ethylhexansäure deckt die wichtigsten und umstrittensten Kontaminaten ab, die aus Verpackungen in Lebensmittel übertreten.
Auf Wunsch und nach Gefährdungsanalyse führen wir Untersuchungen auf eine Reihe weiterer Kontaminanten durch. Ebenfalls überprüfen wir die Einhaltung von Migrations- und Restgehaltswerten anhand von Migrationsprüfungen gemäß Richtlinie 82/711/EWG (einschließlich Änderungsrichtlinie 97/48/EC).
Verschaffen Sie sich mit unserem Analysespektrum für Verpackungsmittel Sicherheit über den Status Ihrer Produkte.

Wissenschaftliche Stellungnahmen des BfR:
Phthalate | ESBO | 2-EHA
zurück
|
|
| © Institut Dr. Erdmann GmbH 2006 - 2012 |
| |